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Perfide Betrugsmasche bei eBay-Kleinanzeigen (iPhone-Verkauf)

Mein Mandant, nennen wir ihn A, sieht bei eBay-Kleinanzeigen ein Angebot des B über ein neues iPhone 7 für 780 EUR. Er kontaktiert B unter der angegebenen Mobilnummer via WhatsApp und die beiden einigen sich auf einen Kaufpreis von 750 EUR. B bittet A den Kaufpreis auf das Paypal-Konto seines Bruders C zu überweisen, er werde dann das Iphone an A per Expressversand schicken. Gesagt getan. Nach ein paar Tagen ist das iPhone aber noch nicht da, B reagiert auf keine Nachricht mehr und A bekommt Bedenken. Er eröffnet einen Käuferschutzfall und bekommt von PayPal sein Geld zurück. A ist erleichtert.

Nun bekommt er Post vom Anwalt des C. Wie er denn dazu komme, sich das Geld rücküberweisen zu lassen, schließlich habe er doch das iPhone von C erhalten. Dieses sei nämlich von C persönlich dem Bruder von A übergeben worden. A solle gefälligst schleunigst den Kaufpreis wieder an C überweisen.

A hat aber gar keinen Bruder und auch kein iPhone erhalten.

Was ist passiert?

C hatte ebenfalls ein Angebot für ein Iphone 7 bei eBay Kleinanzeigen eingestellt. Offenbar hat sich daraufhin B bei C als A ausgegeben, und als dieser (wegen des Kaufvertrages A-B) den Kaufpreis an C gezahlt hatte, das IPhone bei C persönlich als angeblicher Bruder des A abgeholt – und ist damit auf Nimmerwiedersehen verschwunden.

Nun hat A zwar Glück gehabt, dass er über PayPal sein Geld zurückbekommen hat, aber C ist der Geschädigte: Sein iPhone ist weg und Geld hat er dafür auch nicht bekommen. Von meinem Mandanten A bekommt er auch kein Geld mehr, denn A hat mit C keinen Vertrag abgeschlossen und auch kein iPhone von ihm erhalten.

C bleibt nun nichts anderes übrig, als Strafanzeige gegen B zu stellen, aber die Erfahrung zeigt, dass der bereits wahrscheinlich über alle Berge ist.

Wie kann man sich nun vor solchen Betrügern schützen?

  • Bezahlen Sie Käufer über Ebay-Kleinanzeigen nie per Vorkasse
  • Idealerweise erfolgt stets Barzahlung bei Übergabe der Ware.
  • Geben Sie nie Artikel an vermeintliche Vertreter (Familienmitglieder, Freunde) heraus, ohne dies mit ihrem Vertragspartner vorher konkret abzustimmen und sich im Zweifelsfall einen Ausweis vorlegen zu lassen.
    Im vorliegenden Fall hat A übrigens von PayPal das an C gezahlte Geld nur deshalb zurück bekommen, weil C ein gebrauchtes iPhone angeboten hatte, A aber für ein neues iPhone gezahlt hatte. Diese Diskrepanz der Artikel genügte PayPal zur Erstattung des Kaufpreises. Hätte C ein identisches neues iPhone angeboten, hätte A sein Geld vermutlich nicht zurück erhalten – und er wäre (statt C) nun der Geschädigte.

Chapeau, Jörg Kachelmann!

Das Institut für Strafrecht und Strafprozessrecht an der Universität zu Köln bot im Wintersemester die Vorlesungsreihe “Sexualität und Recht” an. In diesem Rahmen kam das Institut aus nicht nachvollziehbaren Erwägungen auf die Idee, ausgerechnet Alice Schwarzer einen Vortrag mit dem Titel “(Sexual)Gewalt gegen Frauen und Recht” halten zu lassen.

Aber Frau Schwarzer hat sich ja bekanntlich während des Strafprozesses gegen Jörg Kachelmann als fundierte BILD-Expertin für die Tiefen schamloser Vorverurteilung des Sexualstrafrechts erwiesen. Wer wäre also besser geeignet, darüber vor interessierten Jurastudenten zu referieren?

Natürlich fiel der Name “Jörg Kachelmann” im Laufe des Vortrages sehr häufig. Und das nahm ein Besucher des Vortrages zum Anlass sich zu Wort zu melden und etwas klar zu stellen. Der schnellen Reaktion einer anwesenden Zuhörerin verdanken wir einen Einblick:

https://www.youtube.com/watch?v=07i73dNwmoQ

„Es gibt hier drinnen nur eine verurteilte vorbestrafte Täterin, und die sitzt da vorne.“

Auch Kachelmanns Verteidiger RA Schwenn aus Hamburg war anwesend und ergänzte dessen Ausführungen dann noch aus Strafverteidigersicht.

Für die anwesenden Studenten wird es ein lehrreicher Abend gewesen sein – mehr Praxisnähe geht kaum.

Dass Alice Schwarzer noch immer mit dem „Fall“ Kachelmann als Lehrbeispiel für sexuelle Gewalt gegen Frauen hausieren gehen darf und dafür sogar von der Uni eingeladen wird, ist ein Skandal. Der Fall taugt vielmehr als Lehrbeispiel dafür, wohin eine Falschbeschuldigung und mediale Vorverurteilung führen kann: Nämlich unschuldig hinter Gitter.

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