Kategorie-Archive: Literatur

Weit und breit kein Kerner!

Nach Elke Heidenreichs Rauswurf beim ZDF schien die von ihr moderierte Literatursendung „lesen“ dem Ende geweiht. Doch Elke bleibt der Literaturwelt erhalten und stellt nun regelmäßig neue Bücher im Internet vor.

Ort der Handlung ist nun nicht mehr die Kölner Kinderoper, sondern meine ehemalige Stammkneipe in der Kölner Südstadt, das wunderbare ‚Backes‚. Dort konnte man übrigens auch Frau Heidenreich schon Anfang der 90er regelmäßig antreffen – der neue Sendeort ist also durchaus kein Zufall.

Das Konzept der Sendung ist gleich geblieben: Jeden Monat wird Elke Heidenreich vor Publikum Bücher vorstellen und mit Gästen über Literatur sprechen.

Sendezeit ist nun aber nicht mehr „ein ungünstiger nächtliche Sendeplatz im ZDF, wo uns niemand findet“, sondern rund um die Uhr auf dem neu gegründeten Literaturportal „litcolony.de„.

Und das Beste: „Vor mir kein Gejodel, nach mir keine Kochshow, weit und breit kein Kerner.“

Gast der ersten Sendung war Elkes Neffe, der Toten Hosen Sänger Andreas Frege, besser bekannt unter dem Namen Campino.

Heimspiel empfiehlt: Unbedingt Reinschauen und (weiter) lesen!

(Entdeckt bei mediengerecht)

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Ausgelesen

Das ZDF trennt sich mit sofortiger Wirkung von Elke Heidenreich. Die Sendung „Lesen!“ wird damit nicht mit ihr fortgeführt. Heidenreich hatte zuvor in einem Beitrag für die FAZ geschrieben, dass sie sich schäme, „in so einem Sender überhaupt noch zu arbeiten.“ Und: „Von mir aus schmeißt mich jetzt raus.“

Diese Steilvorlage hat das ZDF nun genutzt.

Auch wenn Elke Heidenreich im Ton vielleicht über das Ziel hinausgeschossen ist: In der Sache ist ihre Kritik berechtigt. Unser Fernsehprogramm, in dem peinliche Gestalten wie Hubertus A. und Selbstdarsteller wie Dieter Bohlen als Helden gefeiert werden, verkommt immer mehr.

Frau Heidenreich hat bekanntlich noch nie ein Blatt vor den Mund genommen. In einer Ausgabe ihrer alten Talkshow in der Frankfurter Alten Oper ist sie einmal in einem T-Shirt der AG Arsch Huh vor die Kamera getreten, was, wie sie mir ein paar Jahre später einmal erzählte, „mächtig Ärger“ gegeben habe.

Solche Leute braucht das Fernsehen. Solche Leute muss das Fernsehen auch aushalten können. Das ZDF hat Elke Heidenreich nun nicht mehr ausgehalten. Das ist ein Armutszeugnis für den Sender.

Frau Heidenreich möchte ich Wolf Biermanns Ermutigung ans Herz legen. Sie findet nun ja vielleicht die Zeit, wieder einmal ein so wunderbares Buch zu schreiben, wie die Kolonien der Liebe.

Das wäre ein weiterer Grund, den Fernseher abends einfach einmal auszulassen. Denn lesen bildet bekanntlich – und mit Bildung hat unser Fernsehen immer weniger zu tun.

Wieso zahle ich eigentlich noch dafür?

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Lesen! Hören!

An dieser Stelle gibt es zukünftig in unregelmäßiger Folge Buchempfehlungen.

Heute:

Carlos Ruiz Zafón – Der Schatten des Windes

Dieses hochgelobte Werk eines spanischen Autors habe ich gestern zu Ende gelesen. Es handelt von einem Jungen, der von seinem Vater in das Geheimnis des „Friedhofs der vergessenen Bücher“ eingeweiht wird, dort auf ein Buch mit dem Namen „Der Schatten des Windes“ trifft und sich aufmacht, die Geschichte die dahinter steht und die Geschichte seines Autors zu erforschen. Ort der Handlung ist das Barcelona der 40er und 50er Jahre, also ein Spanien im Griff der Franko-Diktatur.

Das Buch hat auch mich sehr gefesselt und begeistert und sei deshalb den Lesern dieses Blogs ans Herz gelegt.

Ken Follett – Die Säulen der Erde (12 CDs)

Normalerweise bin ich kein Freund von Hörbüchern. Ich lese lieber selbst. Allerdings stehen und liegen noch derart viele ungelesene Bücher in meinen Regalen, daß ich mich sehr schwer tue, ein einmal gelesenes Buch ein zweites Mal zu entdecken. Ein Grund dafür könnte aber gegeben sein, wenn ein Autor seine Geschichte fortsetzt. So wie dies nun Ken Follett mit World Without End getan hat (Die Tore der Welt), der Fortsetzung seines Weltbestsellers Die Säulen der Erde. Da bietet es sich an, vor dem Lesen des zweiten Teiles noch einmal die Erinnerung an die Vorgeschichte aufzufrischen – und wie ginge dies einfacher, als sie sich von einem guten Vorleser einfach noch einmal erzählen zu lassen?

Das von Joachim Kerzel gelesene Buch handelt von dem Bau einer Kathedrale im mittelalterlichen England der Jahre zwischen 1123 und 1173. Es erzählt die Geschichte ihrer Erbauer und ihrer Familien auf eine derart fesselnde Weise, daß ich das Buch, als ich es vor fast 10 Jahren gelesen habe, nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Die weit über 1000 Seiten des Buches wurden für diese Hörbuchfassung entsprechend gekürzt, so daß die Lesung „nur“ noch auf 836 Minuten kommt – orchestrale Musikbegleitung inklusive. Das tut der überzeugenden Geschichte aber keinen Abbruch und der Erzähler versteht es, seine Hörer in seinen Bann zu ziehen, so daß die Zeit wie im Fluge vergeht.

Jedem, der die Welt von „Kingsbridge“ wiederentdecken möchte, sei dieses Hörbuch wärmstens empfohlen.

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Buchtipp: Medien-, IT- und Urheberrecht

Praxishandbuch Medien-, IT- und Urheberrecht
Herausgegeben von Prof. Dr. Rolf Schwartmann

Praxishandbuch

Gebunden: 1044 Seiten
Verlag: C. F. Müller, Heidelberg, 2008
ISBN: 978-3-8114-3521-6
Preis: 118,00 EUR

Details: Praxishandbuch Medien-, IT- und Urheberrecht

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