Kategorie-Archive: Internes

Liebesgrüße aus Moskau

Wunderliches aus der Welt des Mobilfunks: Bei Anrufen an mein Nexus 5 Smartphone konnten mich mehrere Mandanten heute nicht hören. Also habe ich das Nexus erst einmal neu gebootet. Man weiß ja nie. Danach habe ich einen Testanruf an meine Festnetzleitung getätigt. Es klingelte, ich konnte meine Caller-ID erkennen und habe also abgehoben. Den Festnetzhörer am linken Ohr, das Mobiltelefon am rechten Ohr.

"Hallo" gesagt. Im Festnetztelefonhörer: Nichts. Im Mobiltelefon: "Ja, hallo Ferdi, hier ist Norbert, wie geht’s, altes Haus?"

Wer ist Ferdi? Wer ist Norbert? Aufgelegt.

Nächster Versuch. Anruf mit dem Mobiltelefon an meine Kanzleinummer. Es klingelt dort, ich hebe ab – aber ich höre plötzlich auf dem Mobiltelefon nur eine Toilettenspülung und Gläser-Geklimpere.

Beim dritten Versuch mich selbst anzurufen, säuselte mir eine weibliche Stimme etwas auf russisch ins Ohr. Wen auch immer ich da belauschen konnte: Es war wohl nicht Frau Nuland.

Ein Anruf beim Vodafone-Kundendienst ergab, dass man im Postleitzahlenbereich 4 und 5 heute wohl “ein kleines Problem mit dem Verbindungsaufbau” habe. Man arbeite daran. Gut. Wenigstens ist mein Smartphone nicht defekt und die NSA hat auch keinen Kurzschluss verursacht. Obwohl: Möglich ist alles.

Datenschutzrechtlich ist es natürlich bedenklich, dass ich in fremde Telefonate geschaltet wurde. Auch wenn ich Ferdi und Norbert nicht kenne. Aber ich hoffe, das Problem ist schnell behoben.

Mich hat dieser Vorfall jedenfalls daran erinnert, dass ich meinen Vertrag mit Vodafone eh kündigen wollte. Gesagt, getan.

Danke, Vodafone!

Ab sofort im Angebot: OpenPGP Verschlüsselung

Für Anwälte gilt bekanntlich eine Pflicht zur Verschwiegenheit: Sie dürfen ihnen anvertraute Mandantengeheimnisse nicht öffentlich preisgeben. Im Lichte der Enthüllungen über die illegalen Praktiken der NSA und anderer Geheimdienste sehe ich es als unbedingte anwaltliche Pflicht an, meinen Mandanten die Möglichkeit einer verschlüsselten E-Mail-Kommunikation anzubieten.

Es mag ja sein, dass Sie denken: Ich habe nichts zu verbergen. Aber soll wirklich jeder wissen dürfen, wie Ihre letzte Gehaltsabrechnung aussieht oder welche Porno-Filme Sie sich zuletzt auf Redtube angeschaut haben sollen? Eben. Das geht niemanden etwas an und wenn Sie es mir anvertrauen möchten, weil ich Ihr Anwalt bin, dann sollen Sie auch sicher sein, dass diese Informationen auch bei mir alleine bleiben.

Deshalb speichere ich auch keine Daten auf amerikanischen Cloud-Servern. Und deshalb biete ich ab sofort auch die E-Mail-Verschlüsselung über OpenPGP an.

Meinen öffentlichen OpenPGP-Schlüssel finden Sie hier. 

Anwalts-Mechanik

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großem Interesse wollte ich eine offenen Positionen in ihrem Unternehmen, die meinem beruflichen Hintergrund wie auch meinen persönlichen Interessen im Besonderen entsprechen.

Um mich weitere umfassend zu qualifizieren, habe ich mich für ein Auslandsstudium in Deutschland entschieden. Ich bin seit 2010 in Deutschland und studiere an der TU München Master Maschinenbau in der Schwerepunkt Konstruktion und Mechanik.

Ich bin Absolvent der Universität Tongji in Shanghai und und besitze Abschluss als Bachlor in den Bereichen Anlagenbau. […]

Ich wollte meine interkulturellen Erfahrungen und Kompetenzen in ein international tätiges und erfolgreiches Unternehmen einbringen.

[…]

Dass ich eine international tätige und erfolgreiche Kanzlei leite, steht natürlich außer Frage. Aber wie ich einen Maschinen- und Anlagenbauer beschäftigen soll, darüber muss ich nun doch einmal nachdenken. Drucker, Faxgerät und Kopierer hab ich ja schließlich.

Mietrecht in Köln

Unter www.mietrecht-in-koeln.de finden sich ab sofort regelmäßig aktuelle mietrechtliche Informationen für Vermieter und Mieter.

Bitte weitersagen! 🙂

Unkollegiales Anerkenntnis

Eine Unkollegialheit ohne Gleichen habe ich heute erlebt:

Ort des Geschehens: Hamburg

Nachdem die Gegenseite wegen eines Wettbewerbsverstoßes eine einstweilige Verfügung vom LG Hamburg kassiert hat, die auch nach mündlicher Verhandlung bestätigt wurde, ging sie vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Berufung.

Zugleich beantragte sie, mir bzw. meinem Mandanten eine Frist zur Erhebung der Klage in der Hauptsache zu setzen.

Das Hauptsacheverfahren wurde also ebenfalls wieder in Hamburg rechtshängig – beim Landgericht.

Eine mündliche Verhandlung in diesem Hauptsacheverfahren schloss sich an. Die Kammer drängte die Gegenseite schon damals (Mai 2011) auf Abgabe eines Anerkenntnis, um weitere Kosten zu vermeiden. Man blieb stur. Es erging ein Beweisbeschluss, weil Zeugenbeweis erhoben werden sollte.

Im Oktober wurde dann mündlich im Berufungsverfahren vor dem OLG Hamburg verhandelt. Der Senat wies die Berufung zurück.

Nachdem ich dem Landgericht das Urteil des OLG zugeleitet hatte, schloss sich das Landgericht der Rechtsauffassung des Senates an. Es wurde der Beweisbeschluss aufgehoben, aber erneut Termin zur Fortsetzung der mündlichen Verhandlung anberaumt. Die Gegenseite wurde (vom Gericht) darauf hingewiesen, dass die Klage besser anzuerkennen sei, der Termin sei dann nicht notwendig. Auch ich habe dies schriftsätzlich angeregt und um rechtzeitige Mitteilung gebeten.

Die Gegenseite blieb indes weiterhin stur und beantragte nur, den Termin zu verlegen, wegen vermeintlicher „Hamburger Skiferien“.

Dies geschah: Für morgen wurde nun der erneute Termin zur mündlichen Verhandlung vor dem LG Hamburg angesetzt.

Ursprünglich war geplant, dass ich auch diesen Termin wieder persönlich wahrnehmen würde. Dann wäre ich heute um 17:51 Uhr bereits in Hamburg gewesen. Glücklicherweise habe ich aber für den morgigen Termin einen Kollegen vor Ort gefunden, der in Untervollmacht auftreten sollte, nachdem ich den Mandanten davon überzeugen konnte, dass morgen nur die bereits gestellten Anträge wiederholt werden würden.

So konnte ich dann heute abend um die besagte Uhrzeit ein Fax in Empfang nehmen: „… erkennt die Beklagte die Forderung an … der morgige Termin soll abgesagt werden.“

Wie ich die Anwälte der Gegenseite kennengelernt habe, hat die Beklagte diese Entscheidung nicht erst heute nachmittag getroffen. Stattdessen hat man wohl versucht, weitere Kosten zu produzieren (Anreise + Übernachtung), die bei der Beklagten ohnehin nicht wieder hereingeholt werden können.

Der Kollege Klaus Lützenkirchen hat mir einmal gesagt: „Es gibt Kollegen – und es gibt Anwälte“. Und damit hatte er Recht.

Verklag mich doch

Lieber Andreas,
hast du Zeit und Lust am Samstag, dem 16.06.2012 den sympathischen Anwalt zu spielen?
Du müßtest bereits um 07:45 Uhr hier bei uns in Hürth sein.

Äh, nein. Mein Wochenende stelle ich mir marginal anders vor. Und den sympathischen Anwalt muss ich nicht spielen. Der bin ich nämlich einfach so. Ganz ohne VOX und rtl.

3 Monate

„Nach meinen Informationen hat der Schuldner bereits am 15.01.2011 die eidesstattliche Versicherung abgegeben. Ich sende Ihnen daher anliegend die Vollstreckungsunterlagen zurück.“

So teilte es mir der Gerichtsvollzieher heute mit seinem Anschreiben mit, nachdem ich vor 3 Monaten einen Vollstreckungsantrag gestellt hatte.

Was er aber offensichtlich übersehen hat: Es gibt zwei Schuldner, die gesamtschuldnerisch haften. Weshalb er mir also die vollständigen Vollstreckungsunterlagen unerledigt zurückgeschickt hat, ist mir nicht klar. Aber ich habe sie ihm postwendend wieder zugesandt.

Und hoffe nun, dass ich nicht wieder 3 Monate auf die nächste Mitteilung warten muss. 

Ein solcher Tag

Ein Mandant fragt mich, ob es nicht schlimm sei, „an einem solchen Tag arbeiten zu müssen.“

Nein.

Denn erstens arbeite ich gerne.
Und zweitens ist heute doch nur ein ganz normaler Dienstag.

Seltsame Frage also.

In eigener Sache: Heimspiel geht …

… und Rheinrecht kommt.

Als ich dieses Blog vor einigen Jahren aus der Taufe hob, wollte ich nicht nur aus meinem Anwaltsleben berichten, sondern auch ab und zu aus der Welt des 1. FC Köln und meiner sonstigen Interessen. In letzter Zeit konzentriere ich mich aber auf zunehmend rechtlichen Content, so dass mir der alte Titel nicht mehr passend erscheint. 

Aus „Heimspiel“ wird daher nun „Rheinrecht“, in Kürze auch über die Adresse www.rhein-recht.de erreichbar.

Ich flattr nicht

Im Law Blog des Kollegen Vetter bin ich heute über den unter einem Artikel plazierten Flattr-Button gestolpert. Neugierig geworden bin ich dann im gleichen Blog auf einen Beitrag vom 20.05.2010 gestoßen, in dem Vetter die Idee dahinter erklärt: Über Flattr können sich Homepage- und Blogbeitreiber von ihren Lesern für ihre Artikel bezahlen lassen. Dazu muss sich der Nutzer zunächst bei Flattr registrieren kann und kann dann – über Paypal – ein monatliches Budget festlegen und als Guthaben einzahlen. Mit jedem Klick auf einen Flattr-Button wird das Guthaben dann aufgebraucht und am Ende des Monats an die Empfänger der Klicks verteilt. So weit, so gut.

Für mich kommt dieser Dienst aber aus mehreren Gründen nicht in Frage:

Ich blogge, weil es mir Spaß macht, und nicht weil ich damit Geld verdienen möchte.

Ich blogge auch nicht, um meinen Lesern, wie Vetter a.a.O. schreibt, die Möglichkeit zu geben „Aufmerksamkeit” in Form kleiner Zahlungen zu verteilen. Für „Aufmerksamkeit“ gibt es schließlich die Kommentarfunktion.

Ich möchte also meinen Lesern für meine aus Lust und Laune entstandenen Blog-Artikel keinen Cent aus der Tasche leiern, auch wenn sich die Zahlungen im Cent-Bereich bewegen und freiwillig sind. Allein der Gedanke ist für mich entscheidend.

Darüber hinaus setzt die Flattr-Nutzung (derzeit) die Verwendung des Bezahlsystems von Paypal voraus. Paypal lehne ich ob seiner unseriösen Geschäftspraktiken entschieden ab. Ein Bezahldienst, der sich entsprechend seinen AGB das Recht herausnimmt, mein Guthaben bis zu 180 Tage zu sperren und einen Einbehalt als „Reserve“ zu bilden, der nicht ausgezahlt wird, verstößt m.E. nicht nur gegen die guten Sitten, sondern auch gegen geltendes Recht. Dazu gibt es nicht nur im Netz zahlreiche interessante Beiträge, auch die Anfragen verzweifelter Mandanten, denen Paypal mal eben unter Verweis auf seine AGB einen fünfstelligen Betrag nicht auszahlt, sprechen eine deutliche Sprache. Und nicht jeder davon hat die finanziellen Mittel, einen längeren Rechtsstreit, der dann schon mal mit einem Anerkenntnisurteil enden mag, durchzustehen.

Wen das alles nicht stört, mag gerne dem neuen Flattr-Trend folgen und damit auch Paypal unterstützen.

Ich hingegen flickr und ich twitter zwar. Aber flattrn werde ich nicht.

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