Monatliches Archiv: Juni 2008

Verloren – na und?

Ich weiß nicht, wie meine Leser das sehen. Aber mich hat während der gestern zuende gegangenen EM das große Fieber nicht richtig gepackt. 

Anders noch vor 2 Jahren, als ich nach dem Ausscheiden der deutschen Mannschaft im Halbfinale sogar Tränen vergossen habe, läßt mich auch die gestrige Finalniederlage ziemlich kalt. Verloren – na und?

Liegt es daran, daß es „nur“ eine EM war – und keine WM? Liegt es daran, daß das Turnier diesmal nicht zuhause stattgefunden hat und ich kein Spiel live im Stadion verfolgen konnte? Oder liegt es an dem mäßigen Auftreten der deutschen Mannschaft, das zu keinem Zeitpunkt euphorische Gefühle wecken konnte?

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Gestatten, Europameister!

Vielleicht lag es auch einfach an dem nervigen Hype, der aus Menschen, die noch nie ein Fußballstadion von innen gesehen haben, nun die reinsten Über-Fans gemacht hat. Eine Stuttgarter Ultra-Seite hat dies treffend beschrieben:

„Zum einen wäre da die Zensur der UEFA. Erstmals produzierte die UEFA die EM-Fernsehbilder selbst und wachte mit chinesischer Akribie über die „Sauberkeit“. Worauf es der UEFA dabei ankam: Störungsfrei und klinisch rein sollte die EM aussehen, gesäubert von allem. Nichts war zu sehen von brennenden Flaggen (um nationale Gefühle nicht zu verletzen) oder von den Fans, die auf den von Medien aufdiktierten Karnevals-Schwachsinn mit Blumenketten, Hüten, Perücken, Gesichtsfarben und sonstigem peinlichen Nonsens verzichtet haben und ihr Land traditionell nur mit Fahne oder Trikot oder in zivil unterstützten (weil solche Fans ja immer ein „Sicherheitsrisiko“ sind). Stattdessen wurden massig verkleidete Karnevalisten gezeigt, die bei der EM vor 4 Jahren Fußball noch primitiv fanden und seit der WM 2006 mit dem Mainstream-Autofähnchen-Strom mitschwimmen. Also jene von den Massenmedien geleiteten, meinungslosen Zeitgenossen, die das ganze Jahr über, wenn man von seinen VfB-Auswärtsfahrten erzählt, den Kopf schütteln („Wie kann man nur so weit fahren nur für ein Fußballspiel“) und jetzt plötzlich bei allen EM-Spielen live im Stadion mitfiebern.

Abseits der Stadien versuchten uns die deutschen Medien eine „heile EM-Welt“ zu verkaufen und berichteten ständig nur von der „tollen Party“ und den „friedlich feiernden Fans“. Dass es z.B. in Berlin zu einer Messerstecherei kam, in Stuttgart zu Auseinandersetzungen mit der Polizei oder in Dresden Steine flogen und Schaufensterscheiben von Döner-Läden eingeworfen wurden, fand nur am Rande bzw. gar keine Erwähnung. Dafür überall Reporter „live vor Ort und mittendrin in der Party“ mit um das Mikrofon gewickelter Blumenkette vor einem Haufen kostümierter EM-Narren, die sich vor der Kamera auf Kommando zum Deppen machten.

Mein Fazit: Ich bin froh, daß der Bohai, der um das Turnier gemacht wurde, nun wieder vorbei ist.  Und in wenigen Wochen beginnt der richtige Fußball wieder. Ganz ohne Eventheinis auf den Straßen und in den Biergärten.

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Die Rückkehr des Prinzen

Seit Christoph Daums Rückkehr ans Geißbockheim haben sich die Sehnsüchte und Wünsche der Fans des 1. FC Köln wohl nicht mehr so sehr auf eine einzige Person fokussiert, wie nun auf Lukas Podolski.

Prinz Poldi, der verlorene Sohn, der den Verein vor genau 2 Jahren in Richtung München verlassen hat und beim FC Bayern zum Reservisten degradiert wurde, während er im Dress der Nationalmannschaft immer wieder durch herausragende Leistungen überzeugen konnte, ist bei seinem derzeitigen Arbeitgeber dem Vernehmen nach sehr unglücklich.

„Natürlich bin ich unzufrieden, da ist es doch klar, dass ich mir Gedanken mache“, äußerte Poldi bereits im Januar dieses Jahres gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Und diese Unzufriedenheit dürfte sich in den vergangenen Wochen noch verstärkt haben. Denn während Spieler wie Franck Ribery und Luca Toni, die bei der gestern zu Ende gegangenen Europameisterschaft überwiegend durch Unfähigkeit auffielen, bei den Bayern als gesetzt gelten, wird Lukas Podolski auch in der nächsten Saison bei den Bayern wieder nur die Bank drücken müssen, wie Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge erst vor wenigen Tagen unmißverständlich klarstellte.

Währenddessen ließ Podolski nach dem Sieg im Halbfinale über die Türken „Viva Colonia“ in der Kabine der deutschen Nationalmannschaft laufen und stürmte unmittelbar nach dem Spiel zu einigen Fans hin, weil die „wie Kölner aussahen“.

Offenbar ist man sich deshalb nun auch beim FC Bayern bewußt, daß man einen Spieler nicht gegen seinen Willen halten kann. Darauf deutet das heutige Interview mit Trainer Jürgen Klinsmann auf der Homepage des FC Bayern hin:

fcbayern.de: Wie beurteilen Sie die Leistungen „Ihrer“ Spieler vom FC Bayern?
Klinsmann: „Ich glaube, dass die Bayern-Spieler der Europameisterschaft mit ihren Stempel aufgedrückt haben. Schweinsteiger hat phasenweise sehr gut gespeilt, Philipp Lahm war der Linksverteidiger des Turniers. Marcell Jansen hat Aufs und Abs gehabt, Miro Klose hing durch die Konstellation, dass man auf ein 4-5-1 umgestellt hat, leider oftmals in der Luft, es war sehr schwer für ihn. Aber auch Hamit Altintop hat eine Bomben-Europameisterschaft gespielt. er hat die Türken mitgezogen, er wurde zum Leader dieser Mannschaft. Ich habe ihm auch gleich gratuliert, dass er wirklich stolz sein kann auf das, was er mit der Türkei erreicht hat.“

Dem aufmerksamen Leser wird aufgefallen sein, daß dort ein Name nicht genannt wurde. Anscheinend sieht selbst Jürgen Klinsmann Lukas Podolski nicht mehr im Bayern-Trikot auflaufen.
Zeitgleich erklärt FC-Geschäftsführer Claus Horstmann im Kölner Express: „Wenn es eine Möglichkeit gibt, werden wir uns um Podolski bemühen und uns voll ins Zeug legen.“

Wenn selbst der als sachlich und zurückhaltend bekannte Claus Horstmann sich der Boulevard-Presse gegenüber schon so äußert, liegt die Vermutung nahe, daß sich die beteiligten Vereine bereits einig sind. Sobald der FCB einen Nachfolger für Lukas Podolskis Platz auf der Ersatzbank verpflichtet hat, könnte der Prinz in die kölsche Heimat zurückkehren.

Dazu passt auch die heutige Meldung im Münchener Merkur: „[….] zieht es Podolski nicht mit Macht ins Schwabenland. Lieber wäre ihm eine Rückkehr zum 1. FC Köln, vor dessen Homepage er jeden Tag eine lange Zeit verbringt.

Ganz Kölle würde Kopf stehen.

Update, 17:18 Uhr:

Auf der FCB-Homepage findet sich nun ein Protokoll von Klinsmanns erstem Arbeitstag bei den Bayern. Wir lesen: „18.50 Uhr: Zusammen mit Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß und Karl Hopfner ist Klinsmann am Münchner Flughafen. Persönlich nehmen sie die frisch gebackenen Vize-Europameister des FC Bayern (Klose, Schweinsteiger, Lahm, Jansen) in Empfang.

🙂

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Des Geißbocks neue Kleider …

… wurden heute mittag im Kaufhof zu Köln mit großem Tamtam vorgestellt.

25/06/2008

Meine Meinung: Sehr schick und durchaus gelungen. Damit kann die Champions League in Angriff genommen werden. 🙂

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Fussballer-Bildchen D.I.Y.

In Deutschland grassiert ja derzeit auch wieder das Panini-Sammelbildchen-Sammelfieber. Wer nicht genug davon bekommen kann, für den ist der Sammelbild-Generator von Vollee sicher interessant.

Die Ergebnisse überzeugen jedenfalls. 🙂

meinbild

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Die schönsten Fußballzitate – Folge 3

„Wir wollten in Bremen kein Gegentor kassieren. Das hat auch bis zum Gegentor ganz gut geklappt.“ – Thomas ‚Icke‘ Häßler

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Thomas Häßler, noch immer nachdenklich und auf der Suche nach seinen Millionen.

Humor á la Suisse

Eine Freundin aus Zürich schickte mir heute dieses Foto:

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Das ist die richtige Einstellung, um morgen die Türkei zu schlagen.

Allez les rouges! 😉

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Das Wunder von Bern, Teil 2

Holland: 3
Italien: 0

So spielt also der Weltmeister. Sehr schön. 🙂

PICT1833(Italien in Schieflage)

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Die schönsten Fußballzitate – Folge 2

„So ist nun mal Fußball, manchmal gewinnt der Bessere.“ – Lukas Podolski

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(Vive la France! Allez les bleus!)

Danke, Hillary!

Hillary Clinton hat heute offiziell Ihre Kandidatur um das Amt des nächsten US-Präsidenten beendet und Barack Obama ihre Unterstützung im Kampf um das höchste Staatsamt der USA zugesichert. In einer Rede in Washington D.C., unweit des Weißen Haus, sagte sie:

„The way to continue our fight now to accomplish the goals for which we stand is to take our energy, our passion, our energy and do all we can to help elect Barack Obama, the next president of the United States. Today as I suspend my campaign, I congratulate him on the victory he has won and the extraordinary campaign he has won. I endorse him and throw my full support behind him and I ask of you to join me in working as hard for Barack Obama as you have for me.“

Hoffen wir, daß die amerikanischen Wähler im November wissen, was sie zu tun haben. 

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Die schönsten Fußballzitate – Folge 1

„Wir knallen sie durch die Wand. Das Achtelfinale lassen wir uns nicht nehmen, von niemandem, schon gar nicht von den Polen.“ – Jürgen Klinsmann

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(Auch in der Schweiz im Einsatz? Hospitality-Mädels bei der WM)

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